Maîtrise  Sainte-Cécile

de la

Cathédrale Notre-Dame

de Luxembourg

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                 Geschichtliches

Die nachfolgenden Zusammenstellungen beruhen auf der ausführlichen und hervorragenden   Arbeit "Der Cäcilien-Verein an der Kathedrale unserer Lieben Frau zu Luxemburg" von Alphonse Eichhorn, erschienen 1970 im Verlag der St. Paulus Druckerei, sowie der Festbroschüre zum 125-jährigen Jubiläum, erschienen 1969 im gleichen Verlag.

 

Die Broschüre "150 Joër Maîtrise vun der Kathedral" aus dem Jahre 1994 ist erhältlich durch Überweisung von 10 € auf das Postscheckkonto

CCPL LU05 1111 0110 4483 0000 

der Maîtrise de la Cathédrale unter Angabe "Brochure 1994"

 

 

 

Ste Cécile: Vitrail au jubé de

la Cathédrale de Luxembourg)

 

 

 

Die ersten 125 Jahre

Vorwort

Als Gründungstag des Cäcilienvereins wird der 16. Juni 1844 festgehalten, weil er der früheste, schriftlich erscheinende Ausdruck der Vereinstätigkeit ist und zwar im ersten Kassenbuch, das folgenden Eintrag enthält: "Tagebuch der Einnahmen und Ausgaben des Luxemburger Cäcilienvereins vom 16. Juni 1844 bis ..."

Die vom Apostolischen Vikar Laurent entworfenen Statuten wurden den Mitgliedern des Vereins am 1. Januar 1845 vorgetragen.

Allerdings wurde der Grundstein des Cäcilienvereins schon in der ersten Hälfte des 19.Jahrhunderts gelegt durch die Pfarrer von St. Peter (heutige Kathedrale) de Neunheuser und Joh. Theodor Vandernoot (ab 1833 Apostolischer Vikar für das Großherzogtum), welche das Aufleben eines kirchlichen Gesangvereins unterstützten. Auch wurden schon seit 1823 von Heinrich Cornely durch den von ihm geschaffenen Sängerchor mehrstimmige Werke mit Orchesterbegleitung aufgeführt. So war der Anfang des Cäciliensvereins kein Anfang, sondern die Weiterführung, in fest geordneten Rahmen, dessen, was schon da war.

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Chronologische Zusammenfassung:

1844 Juni 16 Der Cäcilienverein wird unter dem Apostolischen Vikar Joh. Theodor Laurent aus der Taufe gehoben.

Der Cäcilienverein war damals ein Männerchor, bestehend aus 61 Mitglieder.

Nikolaus Adames ist Pfarrverwalter an der durch päpstliches Dekret eben neuernannten "Liebfrauenkirche" (vorher Peters- oder Nikolauskirche).

Er übt ebenfalls das Amt des Chorleiters, des Vizepräsidenten und des Sekretärs aus .

Erster Präsident ist der Obersakristan und Oberkantor Johann Grethen, Vikar an der Liefrauenkirche.

1846 Juli 3 Würth Michael, Pfarrer in Stadtgrund, wird Präsident.

1847 Cornely Heinrich, Joseph, von Beruf Typograph, ein musikalischer Autodidakt, wird nach seiner aus Altersgründen bedingte Entlassung als Direktor der städtischen Musikschule, Chorleiter des Cäcilienvereins.

1848 Aug. 27 Die Generalversammlung beschließt, den Posten eines Vizepräsidenten einzuführen. Die Wahl fällt auf Provikar Nikolaus Adames.

 

1950 Juli 1 Godart Anton, seit dem 1. Mai Mitglied des Cäcilienvereins, übernimmt als 33-jähriger die Leitung.

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1851 Jan. 3 Lacave Johann, Nikolaus, Vikar an der Liebfrauenkirche, soll den Vizepräsidenten bei Verhinderungen vertreten, so dass dieser Posten eigentlich doppelt besetzt ist.

1854 Feb. 2 Nach Umänderung der Statuten, wonach der jeweilige Pfarrer von Liebfrauen das Amt des Präsidenten bekleiden soll, übernimmt Nikolaus Adames die Präsidentschaft.

1863 März 16 Nikolaus Adames wird Apostolischer Vikar für Luxemburg, Weber Clemens, Pfarrverwalter von Liebfrauen, übernimmt, stellvertretend für Adames, die Präsidentschaft des Cäcilienvereins, die ihm rechtlich erst 1870 als Pfarrer zusteht, nachdem Adames zum ersten Bischof von Luxemburg ernannt wurde.

1866 Juli 30 Der Apostolische Vikar Adames betraut Bernhard Haal, Vikar von Liebfrauen, mit der Leitung des Cäcilienvereins. In den Analen wird er meist als "provisorischer Direktor" bezeichnet.

1866 Aug. 1 Oberhoffer Heinrich löst den verstorbenen Organisten Troes ab.

1869 Okt. 12 Kohn Bernhard Laurent, ein hervorragender Musikkenner und Organisator, wird zum Chorregenten ernannt.

1870 Juli 28 Luxemburg wird zum Bistum und die Liefrauenkirche zur Kathedrale erhoben. Adames wird zum ersten Bischof Luxemburgs ernannt.

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1871 März 27 Oberhoffer wird provisorisch und am 4. Februar 1871 definitiv die Leitung des Vereins anvertraut. Als Organist konnte er aber nicht gleichzeitig die Orgel bedienen und den Chor leiten. Bedingt durch diese Umstände gab es bis 1876 in der Chorleitung ein Duumvirat mit Vikar Kohn .

Auf Oberhoffers Vorschlag hin, wird J.P. Barthel zur Ausbildung an die Musikschule nach Regensburg geschickt.

 

1876 Okt. 1 Hyazinth Schaack übernimmt interimistisch die Leitung des Cäcilienvereins.

1877 Sep. 1 Joh. Peter Barthel wird als Vikar der Kathedrale gleichzeitig zum "regens chori Luxemburgi ad B.M.V" ernannt.

Nach seinem Studium an der Musikakademie in Regensburg, wagt Barthel sich an die bedeutenden Werke der alten Polyphonie. So wird zu Ostern 1881 die "Missa Papae Marcelli" von Palestrina aufgeführt.

Barthel leitet die Gesangschule, die dem Cäcilienverein angegliedert ist, und die zu dieser Zeit regelmäßig 60 Knaben als Schüler zählt.

Aus Gesundheitsgründen muss er den Taktstock im Alter von nur 34 Jahren weiterreichen.

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1882 Okt. 1 J. P. Barthel wird abgelöst von seinem um vier Jahre jüngeren Bruder Peter Aloysius Barthel, der in München und Regensburg Musik studiert hat. Einjährige Unterbrechung seiner Tätigkeit, in deren Verlauf Nikolaus Hemmen, Lehrer an der Taubstummenanstalt, den Cäcilienverein dirigiert. Für die Kirche lässt er ausschließlich den gregorianischen Choral und die palestrinensische Polyphonie gelten. Er selbst widmet sich aber vornehmlich dem Gebiete des Volksliedes: hier sei an seine Gesänge zu Ehren der Gottesmutter "Sancta Maria", "Klagt in Leid", "Selig das Volk" u. a. m. erinnert.

1883 Sept. 28 Amtsantritt von Bischof Joh. Joseph Koppes.

1886 Juli Franz Liszt besucht die Schüler des Cäcilienvereins bei ihren Gesangübungen. Er erklärt, "selbst in Paris keine so schönen und wohlgeschulten Stimmen gefunden zu haben".

1894 Der Verfall des Knabenchores ist einer der Beweggründe, die Barthel veranlassen, aufzugeben.

1894 Okt. 1 Nommesch Pierre, der spätere Bischof, übernimmt, als Vikar an der Kathedrale, den Taktstock. Ihm gelingt es, den Knabenchor wieder aufblühen zu lassen.

1894 Grandiose Feiern zum 50jährigen Bestehen des Vereins. Pfarrer und Präsidenten Lech Friedrich stellt eine Festbroschüre zusammen.

 

1902 Jan. 1 Nachdem Vikar Nommesch zum Pfarrer nach Kayl berufen wird, tritt Vikar Jean-Pierre Reisen die Nachfolge beim Cäcilienverein an.

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1905 Okt. 1 Mit Vikar Joseph Philippe hat der Cäcilienverein einen Chorleiter mit einer großen Zuneigung zur Kunst in allen ihren Ausdrucksformen.

1908 Nov. 9 Dominik Heckmes wusste die 27 Jahre seiner Direktion im Cäcilienverein zu einer Glanzperiode zu gestaltet, auch nachdem die Knabenstimmen ausblieben. Trotzdem hat er den Zusammenbruch des gemischten Chores nie verschmerzen können. Heckmes war groß, breitschultrig, energisch und kräftig. So wie die Person, war auch der Chorleiter: streng und faszinierend. Heckmes hat eine Anzahl kirchenmusikalischer Werke geschrieben: Messen, Kantaten, Motetten, Litaneien.

Er komponierte aber auch verschiedene Werke profanen Inhaltes.

1934 führt er die von Radio-Luxemburg übertragenen Aufführungen "Geistlicher Musik" ein.

1919 75jähriges Jubiläum unter Pfarrer Pletschette. Der Cäcilienverien zählt noch 24 Knabe; die Lücken versucht Heckmes auszufüllen durch heranziehen von Schülern aus dem bischöflichen Konvikt. Um den Stimmausgleich einigermaßen zu wahren, legte er die Sopran- und Altstimmen zusammen und komponierte und arrangierte ein Repertoire für diese Besetzung.

1922 Dez. 12 Schmit Heinrich wird Pfarrer an Liebfrauen.

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1925 erster Auslandsausflug nach Metz.

 

1926 Juli 1 Albert Leblanc, geboren in Sprimont bei Liège, wird nach dem Tode von J.P. Beicht an der Kathedrale eingestellt. Das Interim besorgt Pierre Theato.

1928 Ende des gemischten Chores.

1929 Vereinsreise nach Paris.

1931 Vereinsreise nach Paris.

1935 Krankheit von Heckmes; der Chor wird interimistisch vom Kathedralkantor Pierre Theato geleitet.

1936 Sep. 25 Schmit Jean-Pierre wird zum Chorregenten ernannt. Es gelingt ihm unter Verwendung einer Anzahl von Schülern, auf einige Jahre hinaus gelegentlich gemischt zu singen. Unter ihm erreichen die Übertragungen von Konzerten durch Radio-Luxemburg eine starke Auflage.

1940 Um die Vereinskasse vor dem Zugriff der Nazis zu retten, kauft Pfarrer Schmit damit ein Klavier, das dem Sänger Mathias Berweiler "für langjähriggeleistete Dienste geschenkt wurde". Das gesamte Vermögen des Vereins belief sich jetzt noch auf 7 DM. Der Verein wurde daraufhin als "nicht lebensfähig" erklärt und aufgelöst. Nach Beendigung der Feindseligkeiten war das "geschenkte" Klavier wieder da. Trotz der Auflösung des Vereins seitens der deutschen Zivilverwaltung, versammelten sich mit gewohnter Regelmäßigkeit die Sänger allwöchentlich zu den Gesangproben in dem Raum neben der Krypta. Während der ganzen Kriegsdauer gab es bis zu 75 Aufführungen in der Kathedrale.

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1944 Mai 27 J.P. Schmit kommt ins K.Z. von Hinzert.

Kurz nach der Befreiung erscheint er unerwartet mitten im Hochamt auf der Sängertribüne und dirigiert sofort das Sanctus.

Nach Beendigung des Krieges werden die Radioübertragungen von Kirchenkonzerten ausgebaut.

Der gemischte Chor vermag sich nicht mehr zu halten.

1947 Aug. 16 Vereinsausflug nach Zürich.

1948 Aug. 7 Vereinsausflug nach Luzern.

1949 Mai 28 Vereinsausflug nach Maastricht.

1950 Studienreise von Schmit nach Kanada.

Paul Sonntag übernimmt die Leitung des Chores. Für dessen sonore, raumfüllende Bass-Stimme komponierte Domorganist Leblanc eigens sein "Domine salvam fac".

 

1950 Aug. 28 Vereinsreise nach Rom.

1952 Jan. 15 Roger Betz, Professor am Priesterseminar, leitet den Chor provisorisch für acht Monate.

1952 Juli 31 Vereinsreise nach Innsbruck - Cortina d'Ampezzo.

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1952 Sep. 23 Der neue Domvikar Marcel Steinmetz übernimmt die Leitung des Cäcilienvereins. Unter seiner Leitung werden Messen aus der Frühzeit der Polyphonie, aber auch Werke der neuen und neuesten Zeit aufgeführt, mit Schwerpunkt auf den Kompositionen holländischer Autoren wie Nieland, Andriessen u.a.

1956 Juli 28 Vereinsreise nach Paris - Châteaux de la Loire.

1958 Mai 18 Vereinsreise nach Bruxelles - Expo.

1960 Feb. 1 René Ponchelet übernimmt die Leitung des Chores. Mit glanzvollen Abgangszeugnissen am Konservatorium der Stadt Luxemburg und nach einem vierjährigen Studium an der kirchenmusikalischen Hochschule in Rom, wo er u.a. Harmonie bei Prieto und Komposition bei Bartolucci studierte, waren alle Voraussetzungen gegeben, den Chor zu neuen Höhepunkten zu führen. Nach fast 40jährigem Nichtausnutzen der gemischten Polyphonie, wagt Ponchelet den Umbruch vom Männerchor zum gemischten Chor. Die Umgestaltung ist möglich durch das Heranziehen der Schülerinnen aus Ste-Sophie und dem Pensionnat de la Ste-Famille (Fieldgen).

1960 Juli 16 Vereinsreise nach Utrecht.

1962 Feb. 15 Rasqué Frédéric wird Pfarrer an Liebfrauen und Präsident des Cäcilienvereins.

1963 Aug. 3 Vereinsreise nach Bamberg.

1963 Dez. 29 Geistliches Konzert, dessen Erlös zu Gunsten der Kampagne gegen den Hunger in der Welt verwendet wurde.

1964 Mai 24 Beteiligung am "Festival International de Musique" in Chèvrement.

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1965 Erstes Auftreten des neuformierten gemischten Chores von etwa 120 Sängern und Sängerinnen.

1965 Dez. 16 Vorstellung der ersten Schallplattenaufnahme "Psalite Deo", einer LP in Mono mit dem Männerchor, durch die Firma Edy Noël, hergestellt bei TELDEC.

1966 Mai 27 Vereinsreise nach Rom mit Papstaudienz bei Paul VI.

1966 Sept. 26 Aufnahme der 45 U/min. Schallplatte "Patrona civitatis". Der gemischte Chor singt volkstümlichen Marienliedern.

1967 Feb. 19 Integrale Aufführung der achtstimmigen "Missa Papae Marcelli" von Palestrina in der Kathedrale. Der Erlös ist für die Leprakranken bestimmt.

1967 Nov. 26 Geistliches Konzert mit dem Orchestre de Chambre de Luxembourg in der Kathedrale zu Ehren der 40-jährigen Tätigkeit von Organist Albert Leblanc.

1968 Mär. 13 Aufführung im Stadttheater der "Matthäus-Passion" von Johann Seb. Bach zusammen mit der Chorale "Uelzecht" aus Esch-Alzette und dem Symphonie-Orchester von Radio-Tele-Luxembourg unter Leitung von Louis de Froment.

1968 Okt. 13 Aufführung von Verdis "Requiem" mit gleicher Besetzung.

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1969 125jähriges Jubiläum. Aus dem Festprogramm sind hervorzustreichen:

1969 Sept. 3 Herausgabe bei "Luxembourg-Sound" der Firma Edy Noël der Stereo- Schallplatte "Jubilate Deo" unter Mitwirkung des Radio-Symphonie-Orchesters, des Zugposaunen-Ensembels der Militärkapelle und natürlich Albert Leblanc an der Orgel.

1963 Okt. 8 Gala Konzert im Stadttheater in Anwesenheit des Großherzogs Jean unter Mitwirkung des R.T.L Orchesters.

1963 Okt. 19 Instrumentalkonzert mit Orgel (A. Leblanc) in der Kathedrale .

1969 Nov. 6/7 Beteiligung an der Aufführung "Ein Deutsches Requiem" von Johannes Brahms mit der Chorale "Uelzecht" und dem R.T.L. Symphonieorchester unter Leitung von Pierre Cao im Stadttheater Luxemburg und Esch-Alzette.

1969 Nov. 16 Geistliches Konzert in der Kathedrale unter Mitwirkung mehrerer Kirchenchöre des Landes.

1969 Nov. 23 Segnung der neuen Vereinsfahnen, entworfen von Lé Tanson, am Fest der hl. Cäcilia.