Chronologische
Zusammenfassung:
1844
Juni 16 Der Cäcilienverein wird unter dem Apostolischen Vikar Joh. Theodor
Laurent aus der Taufe gehoben.
Der
Cäcilienverein war damals ein Männerchor, bestehend
aus 61 Mitglieder.
Nikolaus
Adames ist Pfarrverwalter an der durch päpstliches Dekret eben neuernannten
"Liebfrauenkirche" (vorher Peters- oder Nikolauskirche).
Er
übt ebenfalls das Amt des Chorleiters, des Vizepräsidenten und des Sekretärs
aus .
Erster
Präsident ist der Obersakristan und Oberkantor Johann Grethen, Vikar an der
Liefrauenkirche.
1846
Juli 3 Würth Michael, Pfarrer in Stadtgrund, wird Präsident.
1847
Cornely Heinrich, Joseph, von Beruf Typograph, ein musikalischer Autodidakt,
wird nach seiner aus Altersgründen bedingte Entlassung als Direktor der
städtischen Musikschule, Chorleiter des Cäcilienvereins.
1848
Aug. 27 Die Generalversammlung beschließt, den Posten eines Vizepräsidenten
einzuführen. Die Wahl fällt auf Provikar Nikolaus Adames.
1950
Juli 1 Godart Anton, seit dem 1. Mai Mitglied des Cäcilienvereins, übernimmt
als 33-jähriger die Leitung.
1851
Jan. 3 Lacave Johann, Nikolaus, Vikar an der Liebfrauenkirche, soll den
Vizepräsidenten bei Verhinderungen vertreten, so dass dieser Posten eigentlich
doppelt besetzt ist.
1854
Feb. 2 Nach Umänderung der Statuten, wonach der jeweilige Pfarrer von
Liebfrauen das Amt des Präsidenten bekleiden soll, übernimmt Nikolaus Adames
die Präsidentschaft.
1863 März 16 Nikolaus Adames wird Apostolischer Vikar für
Luxemburg, Weber Clemens, Pfarrverwalter von Liebfrauen, übernimmt,
stellvertretend für Adames, die Präsidentschaft des Cäcilienvereins, die ihm
rechtlich erst 1870 als Pfarrer zusteht, nachdem Adames zum ersten Bischof von
Luxemburg ernannt wurde.
1866
Juli 30 Der Apostolische Vikar Adames betraut Bernhard Haal, Vikar von
Liebfrauen, mit der Leitung des Cäcilienvereins. In den Analen wird er meist
als "provisorischer Direktor" bezeichnet.
1866
Aug. 1 Oberhoffer Heinrich löst den verstorbenen Organisten Troes ab.
1869
Okt. 12 Kohn Bernhard Laurent, ein hervorragender Musikkenner und Organisator,
wird zum Chorregenten ernannt.
1870
Juli 28 Luxemburg wird zum Bistum und die Liefrauenkirche zur Kathedrale
erhoben. Adames wird zum ersten Bischof Luxemburgs ernannt.
1871
März 27 Oberhoffer wird provisorisch und am 4. Februar 1871 definitiv die
Leitung des Vereins anvertraut. Als Organist konnte er aber nicht gleichzeitig
die Orgel bedienen und den Chor leiten. Bedingt durch diese Umstände gab es bis
1876 in der Chorleitung ein Duumvirat mit Vikar Kohn .
Auf
Oberhoffers Vorschlag hin, wird J.P. Barthel zur Ausbildung an die Musikschule
nach Regensburg geschickt.
1876
Okt. 1 Hyazinth Schaack übernimmt interimistisch die Leitung des
Cäcilienvereins.
1877
Sep. 1 Joh. Peter Barthel wird als Vikar der Kathedrale gleichzeitig zum
"regens chori Luxemburgi ad B.M.V" ernannt.
Nach
seinem Studium an der Musikakademie in Regensburg, wagt Barthel sich an die
bedeutenden Werke der alten Polyphonie. So wird zu Ostern 1881 die "Missa
Papae Marcelli" von Palestrina aufgeführt.
Barthel
leitet die Gesangschule, die dem Cäcilienverein angegliedert ist, und die zu
dieser Zeit regelmäßig 60 Knaben als Schüler zählt.
Aus
Gesundheitsgründen muss er den Taktstock im Alter von nur 34 Jahren
weiterreichen.
1882
Okt. 1 J. P. Barthel wird abgelöst von seinem um vier Jahre jüngeren Bruder
Peter Aloysius Barthel, der in München und Regensburg Musik studiert hat.
Einjährige Unterbrechung seiner Tätigkeit, in deren Verlauf Nikolaus Hemmen,
Lehrer an der Taubstummenanstalt, den Cäcilienverein dirigiert. Für die Kirche
lässt er ausschließlich den gregorianischen Choral und die palestrinensische
Polyphonie gelten. Er selbst widmet sich aber vornehmlich dem Gebiete des
Volksliedes: hier sei an seine Gesänge zu Ehren der Gottesmutter "Sancta
Maria", "Klagt in Leid", "Selig das Volk" u. a. m.
erinnert.
1883 Sept. 28 Amtsantritt von Bischof Joh. Joseph Koppes.
1886
Juli Franz Liszt besucht die Schüler des Cäcilienvereins bei ihren
Gesangübungen. Er erklärt, "selbst in Paris keine so schönen und
wohlgeschulten Stimmen gefunden zu haben".
1894
Der Verfall des Knabenchores ist einer der Beweggründe, die Barthel
veranlassen, aufzugeben.
1894
Okt. 1 Nommesch Pierre, der spätere Bischof, übernimmt, als Vikar an der
Kathedrale, den Taktstock. Ihm gelingt es, den Knabenchor wieder aufblühen zu
lassen.
1894
Grandiose Feiern zum 50jährigen Bestehen des Vereins. Pfarrer und Präsidenten
Lech Friedrich stellt eine Festbroschüre zusammen.
1902
Jan. 1 Nachdem Vikar Nommesch zum Pfarrer nach Kayl berufen wird, tritt Vikar
Jean-Pierre Reisen die Nachfolge beim Cäcilienverein an.
1905
Okt. 1 Mit Vikar Joseph Philippe hat der Cäcilienverein einen Chorleiter mit
einer großen Zuneigung zur Kunst in allen ihren Ausdrucksformen.
1908
Nov. 9 Dominik Heckmes wusste die 27 Jahre seiner Direktion im Cäcilienverein
zu einer Glanzperiode zu gestaltet, auch nachdem die Knabenstimmen ausblieben.
Trotzdem hat er den Zusammenbruch des gemischten Chores nie verschmerzen
können. Heckmes war groß, breitschultrig, energisch und kräftig. So wie die
Person, war auch der Chorleiter: streng und faszinierend. Heckmes hat eine
Anzahl kirchenmusikalischer Werke geschrieben: Messen, Kantaten, Motetten,
Litaneien.
Er
komponierte aber auch verschiedene Werke profanen Inhaltes.
1934
führt er die von Radio-Luxemburg übertragenen Aufführungen "Geistlicher
Musik" ein.
1919
75jähriges Jubiläum unter Pfarrer Pletschette. Der Cäcilienverien zählt noch
24 Knabe; die Lücken versucht Heckmes auszufüllen durch heranziehen von
Schülern aus dem bischöflichen Konvikt. Um den Stimmausgleich einigermaßen zu
wahren, legte er die Sopran- und Altstimmen zusammen und komponierte und
arrangierte ein Repertoire für diese Besetzung.
1922
Dez. 12 Schmit Heinrich wird Pfarrer an Liebfrauen.
1925
erster Auslandsausflug nach Metz.
1926
Juli 1 Albert Leblanc, geboren in Sprimont bei Liège, wird nach dem Tode von
J.P. Beicht an der Kathedrale eingestellt. Das Interim besorgt Pierre Theato.
1928
Ende des gemischten Chores.
1929
Vereinsreise nach Paris.
1931
Vereinsreise nach Paris.
1935
Krankheit von Heckmes; der Chor wird interimistisch vom Kathedralkantor Pierre
Theato geleitet.
1936
Sep. 25 Schmit Jean-Pierre wird zum Chorregenten ernannt. Es gelingt ihm unter
Verwendung einer Anzahl von Schülern, auf einige Jahre hinaus gelegentlich
gemischt zu singen. Unter ihm erreichen die Übertragungen von Konzerten durch
Radio-Luxemburg eine starke Auflage.
1940
Um die Vereinskasse vor dem Zugriff der Nazis zu retten, kauft Pfarrer Schmit
damit ein Klavier, das dem Sänger Mathias Berweiler "für
langjähriggeleistete Dienste geschenkt wurde". Das gesamte Vermögen des
Vereins belief sich jetzt noch auf 7 DM. Der Verein wurde daraufhin als
"nicht lebensfähig" erklärt und aufgelöst. Nach Beendigung der
Feindseligkeiten war das "geschenkte" Klavier wieder da. Trotz der
Auflösung des Vereins seitens der deutschen Zivilverwaltung, versammelten sich
mit gewohnter Regelmäßigkeit die Sänger allwöchentlich zu den Gesangproben
in dem Raum neben der Krypta. Während der ganzen Kriegsdauer gab es bis zu 75
Aufführungen in der Kathedrale.
1944
Mai 27 J.P. Schmit kommt ins K.Z. von Hinzert.
Kurz
nach der Befreiung erscheint er unerwartet mitten im Hochamt auf der
Sängertribüne und dirigiert sofort das Sanctus.
Nach
Beendigung des Krieges werden die Radioübertragungen von Kirchenkonzerten
ausgebaut.
Der
gemischte Chor vermag sich nicht mehr zu halten.
1947
Aug. 16 Vereinsausflug nach Zürich.
1948
Aug. 7 Vereinsausflug nach Luzern.
1949
Mai 28 Vereinsausflug nach Maastricht.
1950
Studienreise von Schmit nach Kanada.
Paul
Sonntag übernimmt die Leitung des Chores. Für dessen sonore, raumfüllende
Bass-Stimme komponierte Domorganist Leblanc eigens sein "Domine salvam
fac".
1950
Aug. 28 Vereinsreise nach Rom.
1952
Jan. 15 Roger Betz, Professor am Priesterseminar, leitet den Chor provisorisch
für acht Monate.
1952
Juli 31 Vereinsreise nach Innsbruck - Cortina d'Ampezzo.
1952
Sep. 23 Der neue Domvikar Marcel Steinmetz übernimmt die Leitung des
Cäcilienvereins. Unter seiner Leitung werden Messen aus der Frühzeit der
Polyphonie, aber auch Werke der neuen und neuesten Zeit aufgeführt, mit
Schwerpunkt auf den Kompositionen holländischer Autoren wie Nieland, Andriessen
u.a.
1956
Juli 28 Vereinsreise nach Paris - Châteaux de la Loire.
1958
Mai 18 Vereinsreise nach Bruxelles - Expo.
1960
Feb. 1 René Ponchelet übernimmt die Leitung des Chores. Mit glanzvollen
Abgangszeugnissen am Konservatorium der Stadt Luxemburg und nach einem
vierjährigen Studium an der kirchenmusikalischen Hochschule in Rom, wo er u.a.
Harmonie bei Prieto und Komposition bei Bartolucci studierte, waren alle
Voraussetzungen gegeben, den Chor zu neuen Höhepunkten zu führen. Nach fast
40jährigem Nichtausnutzen der gemischten Polyphonie, wagt Ponchelet den Umbruch
vom Männerchor zum gemischten Chor. Die Umgestaltung ist möglich durch das
Heranziehen der Schülerinnen aus Ste-Sophie und dem Pensionnat de la
Ste-Famille (Fieldgen).
1960
Juli 16 Vereinsreise nach Utrecht.
1962
Feb. 15 Rasqué Frédéric wird Pfarrer an Liebfrauen und Präsident des
Cäcilienvereins.
1963
Aug. 3 Vereinsreise nach Bamberg.
1963
Dez. 29 Geistliches Konzert, dessen Erlös zu Gunsten der Kampagne gegen den
Hunger in der Welt verwendet wurde.
1964
Mai 24 Beteiligung am "Festival International de Musique" in
Chèvrement.
1965
Erstes Auftreten des neuformierten gemischten Chores von etwa 120 Sängern und
Sängerinnen.
1965
Dez. 16 Vorstellung der ersten Schallplattenaufnahme "Psalite Deo",
einer LP in Mono mit dem Männerchor, durch die Firma Edy Noël, hergestellt bei
TELDEC.
1966
Mai 27 Vereinsreise nach Rom mit Papstaudienz bei Paul VI.
1966
Sept. 26 Aufnahme der 45 U/min. Schallplatte "Patrona civitatis". Der
gemischte Chor singt volkstümlichen Marienliedern.
1967
Feb. 19 Integrale Aufführung der achtstimmigen "Missa Papae Marcelli"
von Palestrina in der Kathedrale. Der Erlös ist für die Leprakranken bestimmt.
1967
Nov. 26 Geistliches Konzert mit dem Orchestre de Chambre de Luxembourg in der
Kathedrale zu Ehren der 40-jährigen Tätigkeit von Organist Albert Leblanc.
1968
Mär. 13 Aufführung im Stadttheater der "Matthäus-Passion" von
Johann Seb. Bach zusammen mit der Chorale "Uelzecht" aus Esch-Alzette
und dem Symphonie-Orchester von Radio-Tele-Luxembourg unter Leitung von Louis de
Froment.
1968
Okt. 13 Aufführung von Verdis "Requiem" mit gleicher Besetzung.
1969
125jähriges Jubiläum. Aus dem Festprogramm sind hervorzustreichen:
1969
Sept. 3 Herausgabe bei "Luxembourg-Sound" der Firma Edy Noël der
Stereo- Schallplatte "Jubilate Deo" unter Mitwirkung des
Radio-Symphonie-Orchesters, des Zugposaunen-Ensembels der Militärkapelle und
natürlich Albert Leblanc an der Orgel.
1963
Okt. 8 Gala Konzert im Stadttheater in Anwesenheit des Großherzogs Jean unter
Mitwirkung des R.T.L Orchesters.
1963
Okt. 19 Instrumentalkonzert mit Orgel (A. Leblanc) in der Kathedrale .
1969
Nov. 6/7 Beteiligung an der Aufführung "Ein Deutsches Requiem" von
Johannes Brahms mit der Chorale "Uelzecht" und dem R.T.L.
Symphonieorchester unter Leitung von Pierre Cao im Stadttheater Luxemburg und
Esch-Alzette.
1969
Nov. 16 Geistliches Konzert in der Kathedrale unter Mitwirkung mehrerer
Kirchenchöre des Landes.
1969
Nov. 23 Segnung der neuen Vereinsfahnen, entworfen von Lé Tanson, am Fest der
hl. Cäcilia.